Rechtschreibung ist keine Privatsache

Von Regeln und Konventionen

Rechtschreibung ist eine gesellschaftliche Konvention, die dazu dient, klare Regeln für die schriftliche Kommunikation zu gewährleisten. Wer gegen diese Konvention verstößt, macht sich nicht strafbar und muss auch nicht befürchten, Ärger mit Polizei und Justiz zu bekommen. Wer für private oder künstlerische Zwecke eigene Schreibregeln definieren möchte, kann seiner Phantasie gern freien Lauf lassen. Wenn ein Text aber der dienstlichen Kommunikation dient oder zur Veröffentlichung bestimmt ist, sollte man sich an die im Lande geltenden Rechtschreibregeln halten. Es geht mir nicht darum, Menschen mit angeborener Rechtschreibschwäche oder Lücken in der Schulbildung verächtlich zu machen. Viele dieser Menschen sind gerade besonders skrupulös im Umgang mit der Schriftsprache und schlagen Wörter nach oder lassen Texte von Kollegen und Freunden gegenlesen. Auch kann man es sich unter Arbeitsdruck nicht immer leisten, vor dem Absenden einer internen E-Mail oder einer SMS alle Zweifelsfälle der Sprache gewissenhaft nachzuprüfen. Brenzlig wird es aber, wenn im Schriftverkehr mit Kunden und Geschäftspartnern, in Handbüchern und in Präsentationen elementare Regeln über Bord geworfen werden. Hier kann aus Unachtsamkeit gegenüber der Sprache leicht ein faktischer Nachteil im Geschäftsleben entstehen.